Geschichte

 
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Wie das Konzept entstand:

Bis in die 1970er Jahren war es Kindern und Jugendlichen mit schwersten Behinderungen nicht möglich eine Schule zu besuchen.
Diese Kinder wurden von der Schulpflicht befreit.
Auf Drängen von Elternbewegungen und Pädagogen richtete das Land Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland ab 1975 bis 1983 einen Schulversuch im Reha- Zentrum Westpfalz, Landstuhl ein.Ziele des Schulversuchs:
Im Rahmen dieses Schulversuchs sollten Möglichkeiten gefunden werden, Kinder und Jugendliche mit schwersten Behinderungen zu unterrichten.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Leiter des Schulversuchs war der Sonderschullehrer Andreas Fröhlich.
Der Schulversuch wurde wissenschaftlich begleitet vom Institut für Sonderpädagogik an der Universität Mainz (Prof. Ernst Begemann; später Prof. Ursula Haupt). Im Laufe des Schulversuchs kamen weitere Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, ein Sozial- bzw. Heilpädagogen sowie Sonderschullehrer hinzu.

Namensgebung

 
  Die Namensgebung für das aus dem Schulversuch entstandene Förderkonzept:
Ab 1977 (vgl. Fröhlich und Heidingsfelder) wurde das im Rahmen des Schulversuchs entstandene Unterrichts- und Förderkonzept Basale Stimulation genannt.

Entwicklungen ab 1980

 
  Ab Mitte der Achtziger Jahre wurde die Diplom-Pädagogin und Krankenschwester Christel Bienstein auf ds Konzept aufmerksam. Durch die Zusammenarbeit von Andreas Fröhlich Christel Bienstein wurde es möglich, das Konzept Basale Stimulation auch auf den Klinischen Alltag von Menschen mit schweren Erkrankungen zu übertragen.
Sie entdeckten zum Beispiel, dass apallische und komatöse Patienten ebenso das elementare Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation verspüren, dabei in ihrem Erleben aber stark beeinträchtigt sind und sich ohne gezielte Anregung weitere Schädigungen einstellen können.

Studien

 
  Basale Stimulation ist keine manipulative, sondern prozessorientierte Pflege mit therapeutischen Momenten, die großen Wert auf die Selbstbestimmung und Eigenentwicklung eines Patienten legt. Deshalb sind quantitative Studien streng nach wissenschaftlichen Kriterien fragwürdig.
Qualitative Falldarstellungen belegen die Wirkung des Konzeptes am Patienten: Stressreduzierung, Wohlbefinden, größere soziale Interaktionsfähigkeit, mehr Selbstständigkeit und auch mehr Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten.

Entwicklungen bis dato

 
Logo Basale Stimulation ist inzwischen als sonderpädagogisches Förderkonzept für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schweren Behinderungen in ganz Österreich, Deutschland sowie in vielen Teilen Europas bekannt.
Basale Stimulation als Unterrichts- und Förderkonzept entwickelt sich ständig weiter.
Standen zu Beginn vor allem grundsätzliche Fragen der Förderung im Mittelpunkt der Konzeptentwicklung, sind es heute neben diesen vor allem Fragen der Kommunikationsförderung, der materiellen Bildung für Menschen mit schwerer Behinderung, der Lebens- und Selbstbestimmungsrechte für Menschen mit Behinderungen und Fragen der Übertragung der Förderideen in den pädagogischen Alltag.
 

 

© Peter Nydahl und Annette Damag

 

 

 

 

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